Spitzenkandidatin Cornelia Pöttinger

Generationenwechsel an der Spitze

An der Spitze der ÖAAB-FCG-Kandidatenliste erfolgt ein Generationenwechsel. Cornelia Pöttinger aus Kirchdorf führt das „Team ÖAAB-FCG“ bei der Arbeiterkammerwahl 2019 an.

Die 40-jährige Betriebsratsvorsitzende des OÖ Hilfswerk ist in einer Reihe von Funktionen in ÖAAB und FCG fest verankert und kann bereits auf umfangreiche Erfahrung in der Gewerkschaftsbewegung und in der Politik zurückgreifen.

"Cornelia Pöttinger ist für uns der Inbegriff einer modernen Arbeitnehmervertreterin. Sie hat in allen Funktionen bewiesen, dass es ihr um die Sache geht. Die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steht bei ihr im Mittelpunkt", so ÖAAB-Landesobmann August Wöginger und FCG-Landesvorsitzender Peter Casny.

Lebenslauf von Cornelia Pöttinger

Cornelia Pöttinger auf Facebook folgen

PK-Unterlage: "AK-Wahl 2019 - Gemeinsame Kandidatur von ÖAAB & FCG und personelle Weichenstellungen"



Spitzenkandidatin Cornelia Pöttinger

Cornelia Pöttinger im Interview

 „Das Wichtigste, um Interessen vertreten zu können, ist das Zuhören!“

Die Gremien von ÖAAB und FCG haben dich zur Spitzenkandidatin für die anstehende Arbeiterkammerwahl „gekürt“. Wie schwer ist dir die Entscheidung gefallen, diese Herausforderung anzunehmen?
Pöttinger: Natürlich überlegt man sich einen solchen Schritt sehr gut. Ich habe aber aus tiefer Überzeugung zugesagt und werde mit vollem Elan, aber auch mit der notwendigen Demut und mit Respekt an die verantwortungsvolle Aufgabe herangehen. Ich freue mich über das Vertrauen, das ÖAAB und FCG da in mich setzen. Eine solche Chance ist nicht selbstverständlich. Politik hat mich schon immer fasziniert. Besonders die Arbeitnehmervertretung ist meine Leidenschaft.

ÖAAB und FCG sind eigenständige Organisationen, die auf gemeinsame Grundwerte aufbauen. Warum sollen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die gemeinsame Liste in der AK wählen?
Weil es uns um die Sache, das Wohl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, geht. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, auch weiterhin alles für eine familienfreundliche, menschliche und moderne Arbeitswelt zu tun, und das mit einem respektvollen Umgang untereinander und ohne Streit. Ich bin überzeugt, dass den Menschen nicht geholfen ist, wenn man Unsicherheit verbreitet und mit Halb- und Unwahrheiten agiert. Die Vertreter von ÖAAB und FCG garantieren hier einen vernünftigen Weg der politischen Mitte, ohne Extremismus und Klassenkampf. Hier unterscheiden wir uns ganz maßgeblich von den Mitbewerbern.

Ein Thema dominiert derzeit die politische Diskussion: die Frage der Pflege und alle Facetten, die dazugehören. Wo liegt da aus deiner Sicht der dringendste Handlungsbedarf?
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeberufen braucht es ganz einfach mehr Zeit für die Arbeit am Menschen, eine bessere Personalbedarfsplanung und eine verlässlichere Planbarkeit in Sachen Arbeitszeit. Bessere Rahmenbedingungen tragen dann insgesamt dazu bei, dass es wieder attraktiver wird, überhaupt einen Pflegeberuf zu ergreifen. Darüber hinaus müssen sich alle Menschen darauf verlassen können, dass sie im Alter die beste Pflege bekommen. Das geht aber nur mit ausreichend Personal und einer auf Dauer gesicherten Finanzierung.

Sehr viel ist auch von den massiven Veränderungen in der Arbeitswelt der Zukunft die Rede. Vielerorts führt das zu Verunsicherung. Wie begegnet ihr dieser Stimmung?
Wir wählen auch hier einen positiven Zugang und möchten versuchen, Perspektiven aufzuzeigen, getreu dem Sprichwort „Konzentriere nicht all deine ganze Kraft auf das Bekämpfen des Alten, sondern darauf, das Neue zu formen“. Es braucht die richtigen Antworten in der Bildung und im Arbeitsrecht, Rahmenbedingungen und Schutzmechanismen, damit Arbeit 4.0 auch in einer menschlichen Arbeitswelt passiert. Man darf hier mutige Wege gehen und Veränderungen zulassen, ohne dabei unsere gemeinsamen Grundsätze über Bord zu werfen. Vor allem was die Bewältigung der Schnelllebigkeit und des steigenden Anforderungs- und Leistungsdrucks im Arbeitsleben betrifft, braucht es gemeinsame Überlegungen und Anstrengungen aller Beteiligten.

Welche weiteren Forderungen und Themen werden euch sonst noch beschäftigen?
Hier sind wir gerade dabei, unser ÖAAB-FCG-Programm für die AK-Wahl fertigzustellen. Auch dabei ist uns die Einbindung – besonders der vielen Kandidatinnen und Kandidaten des „Team ÖAAB-FCG“ – sehr wichtig. Wir beschäftigen uns dabei mit einem breiten Spektrum, von den Herausforderungen für die Pendler über die Ausgestaltung der nächsten Steuerentlastung bis zu arbeitsrechtlichen Weichenstellungen, die es wie erwähnt in der Arbeitswelt der Zukunft brauchen wird.

Wo liegen die großen Herausforderungen bei dieser Wahl?
Neben der Tatsache, dass es einen scheinbar übermächtigen Hauptmitbewerber gibt, ist es vor allem das Wahlsystem mit den Wahltagen in den Betrieben und der Briefwahl für Mitarbeiter, die in Unternehmen ohne eigenen Wahlsprengel beschäftigt sind. Unsere größte Herausforderung ist, sicherzustellen, dass die vielen Sympathisanten einer modernen bürgerlichen Arbeitnehmerpolitik auch ihre Stimme abgeben. Sie gilt es zu erreichen und zu motivieren, die „Schwarzen in der AK“ auch zu wählen und uns so zu stärken.

Wie würdest du deinen politischen Stil beschreiben?
Als zielstrebig, sachlich und konstruktiv. Ich lege großen Wert auf ein wertschätzendes Miteinander und möchte nicht nur meinen Kindern in dieser Frage ein Vorbild sein. Was ich ablehne, sind Extrempositionen, Klassenkampf und Angriffe aus rein parteipolitischen Überlegungen. Wir erleben das derzeit nur allzu oft. Das bringt uns nicht weiter.

Viele Diskussionen der letzten Monate hängen mit dem hohen Umsetzungstempo der neuen Bundesregierung zusammen. Wie stehst du dazu?
Hier muss man klar differenzieren. Ich gehöre nicht zu denen, die alles, was von der Gesetzgebung kommt, gleich „verteufeln“. Es ist aber auch in manchen Fragen nicht alles perfekt gelaufen. Wie bisher kann und wird es aber die Rolle der AK-Fraktion sein, sich – wenn es notwendig ist – durchaus kritisch zu äußern und klar zu positionieren, das aber intern, wo es hingehört, und vor allem konstruktiv. Eine gelebte Sozialpartnerschaft, egal auf welcher Ebene, ist für mich unverrückbar. Darauf werden wir mit Argusaugen schauen und auch innerhalb unserer Gesinnungsgemeinschaft weiter das mahnende Gewissen sein.

Mit dem Familienbonus hat die neue Regierung eine langjährige ÖAAB-Forderung umgesetzt. Was liegt dir mit Blick auf Frauen und Familie noch besonders am Herzen?
Die bessere Anrechnung von Elternkarenzzeiten in allen Kollektivverträgen. Das hilft vor allem Frauen und wirkt gegen die vorhandene „Einkommensschere“. Es darf ganz einfach kein Nachteil sein, wenn man sich für die Kindererziehung und die Zeit daheim entscheidet. In allen Fragen rund um die Familie ist für mich die Wahlfreiheit der Betroffenen entscheidend. Hier hilft, neben dem weiteren Ausbau der Betreuungseinrichtungen, vor allem zeitliche und räumliche Flexibilität am Arbeitsplatz. Da sollte kreativen Lösungen keine Grenze gesetzt sein.

Neben deiner Person: Mit welchem Team werden ÖAAB und FCG in die AK-Wahl 2019 gehen?
Mit einem sehr „bunten“ Kandidatenteam, mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Berufs- und Lebensbereichen, allen Altersgruppen und allen Regionen unseres Landes. Sie bringen viel an Expertenwissen mit und spiegeln die Vielfalt der Arbeitswelt wider. Ich bin ein echter Teamplayer und freue mich schon sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit!

Welche Ziele hast du persönlich für die kommende AK-Wahl?

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine leidenschaftliche Wahlkämpferin bin. Ich möchte daher durch meinen persönlichen Einsatz alles dazu beitragen, dass wir gemeinsam das Ergebnis von 2014 verbessern können und weiterhin eine starke zweite Kraft in der Arbeiterkammer Oberösterreich sind. Eine solche Kraft braucht es ganz einfach auch zur Kontrolle der übermächtigen Mehrheitsfraktion und als Ausgleich der Macht innerhalb der Arbeiterkammer.




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