Ältere Arbeitnehmer brauchen Chance am Arbeitsmark

AK-Vizepräsident Helmut Feilmair und ÖAAB-AK-Fraktionsvorsitzender LS Georg Bachmair treten für ein Bonus-Malus-System zur Förderung älterer Arbeitnehmer ein.

Menschen über 55 haben es am Arbeitsmarkt nicht einfach. Wer von dieser Altersgruppe auf Arbeitssuche ist, hat vielfach enorme Schwierigkeiten, einen neuen Job zu bekommen. Andererseits wird aktuell wieder einmal heiß diskutiert, wie das faktische Pensionsantrittsalter angehoben werden kann.

Damit ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder eine echte Chance am Arbeitsplatz haben, ist ein Bonus-Malus-System unumkehrbar. Arbeitgeber, die überdurchschnittlich viele ältere Arbeitnehmer beschäftigen, beziehungsweise älteren Arbeitnehmern einen neuen Job verschaffen, müssen belohnt werden. Jene Betriebe, die überdurchschnittlich wenige ältere Mitarbeiter beschäftigen, sollen in Form einer Maluszahlung zur Kasse gebeten werden.

Wir brauchen eine altersgerechte Arbeitswelt. Dazu gehört auch ein Anreizsystem für betriebliche Gesundheitsförderungsmaßnahmen. Das Miteinander von Jung und Alt unter der Belegschaft muss völlig neu gedacht werden. Ältere Menschen haben zahlreiche soziale Kompetenzen, die sich beispielsweise die jüngere Arbeitnehmer von ihren älteren Kollegen aneignen können. Umgekehrt können beispielsweise ältere Menschen von den besseren EDV-Kenntnissen der Jüngeren profitieren.

Keinerlei Verständnis hat Georg Bachmair für Sonderpensionen, wo monatliche Brutto-Pensionen über der Grenze von 10.000,- Euro liegen. Dabei sind Einschnitte ein Gebot der Stunde. Im Bundesland Wien sind in Sachen Pensionsreform die Hausaufgaben keinesfalls gemacht. So gingen beim Magistrat Wien im Jahr 2012 553 Menschen mit einem durchschnittlichen Pensionsantrittsalter von 57 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand. „Das ist vor allem unter der Prämisse eine Ungerechtigkeit, dass anderenorts Menschen der Zugang zur Invaliditätspension immer schwieriger gemacht wird“, betont Georg Bachmair.

Ein ebenso wichtiges Stichwort lautet auch Pensionengerechtigkeit: Wer 45 echte Beitragsjahre (ohne Ersatzzeiten wie beispielsweise Präsenz- und Zivildienst) in seinem Berufsleben nachzuweisen hat, muss nach wie vor die Möglichkeit haben, in Pension gehen zu können.


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