Glasklares Nein zu Lugners Sonntags-Öffnungs-Plänen

Richard Lugner kann es einfach nicht lassen. Wieder einmal beantragt der Baumeister für sein Wiener Shopping Center eine Sonntags-Öffnung, obwohl er schon mehrfach damit gescheitert ist. „Klipp und klar nein“, sagt dazu Helmut Feilmair, Vizepräsident der Arbeiterkammer Oberösterreich und Landesobmann-Stellvertreter des ÖAAB. Die Ladenöffnung am Sonntag hat keinerlei wirtschaftlichen Nutzen. Es gibt maximal eine Verlagerung der Einkaufszeiten ohne Umsatzplus. Die Leidtragenden sind ausschließlich die Handelsangestellten.

Lugner argumentiert, dass der Internethandel auch 24 Stunden am Tag offen hat. Das ist sachlich und faktisch richtig: Internet-Shopping ist Teil unserer Lebensrealität. Aber es ist auch eine Fiktion zu glauben, dass mit einer Ladenöffnung am Sonntag dem Online-Handel gleich mehrere Prozente Marktanteil abgenommen werden könnten.
 
Ebenso ist es eine Fiktion, zu glauben, dass mit einer Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auf den Sonntag, mit einem Umsatzplus für den Handel zu rechnen ist. Eine Verlagerung der Einkaufszeiten wäre die einzige Folge davon. Dieses Faktum wird sogar von vielen Interessensvertretern des Handels ganz offen zugestanden.
 
Es wären vor allem die Handelsangestellten, die die Suppe der negativen Folgen der Ladenöffnung am Sonntag in menschlicher Hinsicht auslöffeln müssten. Der Mensch braucht auch verlässlich zugestandene Zeiten, wo er seine Batterien wieder aufladen kann. Gerade die im Handel beschäftigten Menschen weisen ein Höchstmaß an Flexibilität auf, was ihre Arbeitszeiten betrifft. Da tut es einfach gut, wenn sich die Handelsangestellten wenigstens auf einen Tag verlassen können, wo sie wirklich frei haben, nämlich am Sonntag.
 
Auch stetig wachsende Zahlen bei Burn-out Erkrankungen sind Teil unserer Lebensrealität. Die Einführung der 7-Tage Woche im Handel ist mit Gewissheit das falsche Konzept zur Eindämmung der steigenden Zahlen von Burn-out Fällen. „Auch diese Überzeugung muss dem Wiener Baumeister dringendst ins Stammbuch geschrieben werden“, sagt Helmut Feilmair abschließend.


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