Mehrarbeit ist Schwerarbeit

Helmut Feilmair, Franz Gosch und Josef Hager (v.l.n.r.)

ÖAAB-FCG Arbeiterkammer Fraktionen tagten in Graz

Die schwarzen AK-Vizepräsidenten aus drei Bundesländern fordern einen leichteren Zugang zur Schwerarbeitspension: Das als Ausgleich für mögliche Mehrbelastungen auf Grund des neuen Arbeitszeitgesetzes. Im Zuge ihrer Arbeitstagung sprachen sich die AK-Vizepräsidenten Helmut Feilmair (OÖ), Josef Hager (NÖ) und Franz Gosch (Stmk.) für ein neues Modell für eine gerechtere Berechnungsgrundlage für die Erlangung der Schwerarbeitspension aus.
 
Das forderten unisono die AK-Vizepräsidenten aus Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Helmut Feilmair, Josef Hager und Franz Gosch im Rahmen einer Arbeitsklausur in Graz. Dabei legten sie ein konkretes „Fair-Play-Modell“ - eine deutlich gerechtere Berechnungsgrundlage - zur Schwerarbeitspension vor.

Als ersten Schritt forderten die drei Christgewerkschafter einen „leichteren bzw. früheren Zugang in die Pension für Schwerarbeiter“. Damit können Mehrbelastungen im Zuge der Arbeitszeitflexibilisierung ausgeglichen werden. Wer häufig Mehrarbeit leistet, soll künftig - mit Antrittsalter 60 Jahre - einen Pensionsbonus erhalten.
 
Das von den ÖAAB-FCG Arbeitnehmervertretern entwickelte Berechnungsmodell verspricht deutlich mehr Durchlässigkeit für die Erlangung der Schwerarbeitspension.
 
Derzeit liegt körperliche Schwerarbeit im Sinne der Verordnung über besonders belastende Berufstätigkeiten etwa dann vor, wenn bei einer achtstündigen Arbeitszeit von Männern mindestens 2.000 Arbeitskilokalorien (8.374 Arbeitskilojoule) und von Frauen mindestens 1.400 Arbeitskilokalorien (5.862 Arbeitskilojoule) verbraucht werden. Das allerdings nur dann, wenn diese Arbeit an mindestens 15 Tagen im Monat geleistet wird. Übt jemand eine Tätigkeit aus, die schon heute in der Schwerarbeitsliste aufgezählt ist, steigt bei einem 12-Stundentag der Kalorienverbrauch bei Männern auf mindestens 3000 pro Tag.
 
Diese enorme Mehrbelastung durch die längeren Arbeitszeiten müsse im System der Schwerarbeitspension nachhaltige Berücksichtigung finden, fordern die Christgewerkschafter.
 
Aus diesem Grund müssen weniger als 15 Arbeitstage pro Monat ausreichend sein, um ein Schwerarbeitsmonat zu erwerben. Vorstellbar wäre, den Erwerb eines Schwerarbeitsmonats nicht mehr vom täglichen, sondern vom monatlichen Kalorienverbrauch abhängig zu machen. Wenn 12 statt 8 Stunden gearbeitet wird, dann sollten im Gegenzug 10 statt 15 Tage Schwerarbeit pro Monat genügen, um diesen Monat für die Schwerarbeitspension anzurechnen.

Diese Umstellung auf eine Monatsbetrachtung würde wesentlich mehr Betroffenen als bisher den Zugang zur Schwerarbeitspension ermöglichen und damit einen Ausgleich für all jene bringen, die durch die Flexibilisierung der Arbeitszeit zusätzliche Belastungen ertragen müssen.
 
„Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein und Flexibilisierung muss Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen nützen“ wiederholten die drei ÖVP-Arbeitnehmervertreter abschließend ihren gemeinsamen Standpunkt zu der ab 1. September gültigen Novelle des Arbeitszeitgesetzes, mit der Möglichkeit des 12-Stunden-Arbeitstages und der 60-Stunden-Arbeitswoche.
 



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